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Es sind 26 Einträge im Lexikon.
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| Begriff |
Definition |
AGIL-Schema (nach Parsons) |
?Adaption
Keine Gruppe besteht alleine, es gibt daneben eine Vielzahl anderer
Gruppen und eine begrenzte Menge Ressourcen für die Realisierung
der Handlungsziele der Gruppen. Die anderen Gruppen und die
Ressourcen sind Umwelten der eigenen Gruppe und sind für das
Handeln und die Ziele der eigenen Gruppe zu berücksichtigen.
Goalattainment
In den meisten Gruppen gibt es oftmals lange Diskussionen darüber,
was die Gruppe ?eigentlich? will. Diese Diskussionen sind
unverzichtbar, um Ziele festzulegen und wie die Zielerreichung
angestrebt werden soll.
Integration
Jede Gruppe weist eine bestimmte Arbeitsteilung, je nach Fähigkeiten
auf. Alle Tätigkeiten müssen so miteinander abgestimmt werden, dass
sie zusammenpassen und eine erkennbare Einheit, die Gruppe,
ergeben.
Latent pattern maintenance
Vereinsförmig organisierte Gruppen haben eine Satzung als ihre innere
?Verfassung?. Ohne Satzung und ihre Einhaltung löst sich ein Verein
zumeist schnell auf und das Vereinsziel kann nicht mehr erreicht
werden.?
(Brock, 2002: 191-215)
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| Anmerkung zum Glossar |
Die Literaturquellen zu den einzelnen Begriffen können der Liste unter "Z - Zu den Literaturangaben" entnommen werden.
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| Bernstein |
?Basil Bernard Bernstein
(* 1. November 1924; ? 24. September 2000)
Basil Bernstein wurde u.a. durch seine Verbindung sozialer Gruppierungen und Sprache bekannt (vgl. Class, Codes and Control).
Bernstein wuchs als Sohn jüdischer Immigranten in London auf, besucht 1947 die London School of Economics, zwischen 1954 und 1960 unterrichtete er am City Day College in Shoreditch. 1960 begann Bernstein als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Phonetik am University College in London, bevor er einen höheren Abschluss in Linguistik und seinen Doktortitel erhielt. Zwei Jahre später wechselte er zum Institute of Education, wo er bis zum Ende seiner Karriere verweilte. 1967 wurde er zum Professor berufen. (...)
Bernsteins zentrale Idee war, dass Sprache zwischen sozialen Verhältnissen vermittelt. ?Humans speak,? he declared, ?but sociology is silent about that fact.? (...)
Bernstein zog einen Kontrast zwischen dem elaboriertem Sprachcode der gegenwärtigen Mittelschicht mit dem angestrebten Ziel des Aufstiegs in obere Schichten und dem restringierten Sprachcode der Arbeiterklasse.? (Übersetzung basierend auf Charap, 2000)
Sprache
?Sprache ist in dem viel weiter reichenden Sinne heuristisch ..., dass ihre Formen gewisse Weisen der Beobachtung und Interpretation für uns vorherbestimmen.? (Sapir 1956 in Bernstein, 1980: 122)
?Die Art der erworbenen Selbstwahrnehmung und ?steuerung hängt in zunehmenden Maße von der Sprachform ab.? (Bernstein, 1980: 124)
?Die Sozialstruktur als System sozialer Ungleichheit wird durch die schichttypische ?Vererbung? des Sozialcharakters [Intelligenz, Sprache, Leistungsvermögen] reproduziert, weil Kinder mit unterschiedlichen,
schichttypischen Sozialcharakteren auch unterschiedliche, schichttypische Chancen haben, den schulischen Selektionsprozeß zu überstehen und gesellschaftlich priviligierte Positionen einzunehmen.?(Bertram, 1981: 82)
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| Bildung |
?Förderung der Eigenständigkeit und Selbstbestimmung eines Menschen durch die intensive Aneignung und Auseinandersetzung mit der ökonomischen, kulturellen und sozialen Lebenswelt? (Adorno, 1971: 44)
?Bildung schützt gegen die soziale und kulturelle Funktionalisierung des Menschen und sichert seine Individualität. Sie ist in diesem Verständnis die normative Zielsetzung des Sozialisationsprozesses. (...) Ebenso wie ?Bildung? ist ?Erziehung? ein Unterbegriff von ?Sozialisation?. Sozialisation umfasst alle Impulse auf die Persönlichkeitsentwicklung, unabhängig davon, ob sie geplant und beabsichtigt sind, und auch unabhängig davon, welche Dimension der Persönlichkeitsentwicklung (Wissen, Motive, Gefühle, Bedürfnisse, Handlungskompetenzen) beeinflusst wird.? (Hurrelmann, 2002: 17)
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| Exosystem |
??Lebensbereich oder mehrere Lebensbereiche, an denen die sich entwickelnde Person nicht selbst beteiligt ist, in denen aber Ereignisse stattfinden, die beeinflussen, was in ihrem Lebensbereich geschieht, oder die davon beeinflusst werden.? (Bronfenbrenner, 1993: 42)
? siehe auch sozialökologische Theorie
? siehe auch Makrosystem
? siehe auch Mesosystem
? siehe auch Mikrosystem
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| Familie |
?Familien sind im Vergleich zu anderen Lebensformen gekennzeichnet:
1. durch ihre ?biologisch-soziale Doppelnatur? (König 1946/2002), d.h. durch die Übernahme der Reproduktions- und Sozialisationsfunktion neben anderen gesellschaftlichen Funktionen, die kulturell variabel sind,
2. durch die Generationsdifferenzierung (Urgroßeltern/Großeltern/Eltern/Kind(er)) und dadurch dass
3. zwischen ihren Mitgliedern ein spezifisches Kooperations- und Solidaritätsverhältnis besteht, aus dem heraus die Rollendefinitionen festegelegt sind.? (Nave-Herz, 2004: 30f.)
?Familie i.S. des Grundgesetzes ist nicht jede beliebige Gruppe, die sich zu einer familien-ähnlichen Gemeinschaft zusammentut, sondern die Gemeinschaft von Eltern und Kindern, also die Kleinfamilie moderner Prägung. (...) Das Grundgesetz sieht dabei die Ehe als alleinige Grundlage einer vollständigen Familien-gemeinschaft an.? (Hettlage, 1998)
?Die Familie ist ein prototypischer Durchgangsraum, in dem das ungeformte, nur potentiell seiner Entfaltung harrende Individuum durch tief greifende Prozesse sozialisiert wird.? (Claessens, 1972 in Guldimann et al, 1997)
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| Generation |
"Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation gibt nur sehr wenig Auskunft über eine bestimmte historische Zeit und deren Einflüsse auf das Leben der Individuen. Personen, die einen gemeinsamen Generationsstatus in der Abstammungshierarchie haben, teilen nicht notwendigerweise auch eine gemeinsame Verortung in der historischen Zeit. Mit einer Geburtenspanne von dreißig Jahren oder mehr in einer einzigen Generation können die Mitglieder einer Generation sehr unterschiedliche historische Phasen repräsentieren." (Elder, 2000)
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| Humankapital |
?Humankapital wird als die Fähigkeit definiert, die eigenen Kompetenzen zu entwickeln, zu nutzen und einzusetzen, beispielsweise durch Investitionen in Weiterbildung, durch das Finden einer den eigenen Talenten entsprechenden Arbeit und durch die Entwicklung vorhandener Persönlichkeitsmerkmale, die die eigene Arbeitsproduktivität erhöhen?(OECD, 2002)
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| Identität |
?Eine dauernde Sorge um seine Identität führt entweder zum Prahlen oder zum Klagen; man prahlt damit, dass man genau weiß, wer man ist (...), oder man beklagt sich darüber, dass man nicht weiß, wer man ist.? (Erikson, 1974: 140)
?Die Frage lautet: ?Wer bin ich??. Man kann die Frage auch differenzieren, und dann lauten die aufeinander bezogenen ?einfachen? Fragen, [...]: ?Wie bin ich geworden, was ich bin??, ?Wer will ich sein??, ?Was tue ich?? und ?Wie sehen mich die anderen?? Identität ist die Antwort auf diese Fragen.? (Abels, 2006: 245)
?[..] wir sollten das Muster unseres Denkens und Handelns immer in dem Bewusstsein identifizieren, dass wir die Verbindung zwischen unserer Vergangenheit und einer möglichen Zukunft selbst herstellen. Um diese in Angriff zu nehmen, muss sich jene gefallen lassen, dass wir früheres Handeln wie Nichthandeln, Ereignisse und ausgebliebene Erfahrungen neu bewerten und dass wir uns in einem neuen Licht sehen. [...] In Hinsicht auf die Entwicklung des Individuums heißt Identität, die Vergangenheit mit der Gegenwart in einer sinnvollen Ordnung zu halten und die Zukunft planvoll anzugehen. Insofern kann man Identität gleichsetzen mit dem Wissen um eine eigene Biographie. [...] Aus all diesen Überlegungen möchte ich den Schluss ziehen, dass man nicht von der Identität, sondern immer nur von einer Identität sprechen kann, wie sie zu der aktuellen Situation passt? (Abels, 2006: 246 ff.)
? siehe auch Persönlichkeit
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| Intelligenz |
?Intelligenz ist das adaptive Verhalten des einzelnen, gewöhnlich charakterisiert durch ein bestimmtes Problemlösungselement und gesteuert von kognitiven Prozessen und Operationen? (Estes, 1982: 171 bei Reker, 2007: 1)
? siehe auch Kognition
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| Kognition |
?Kognition (lat. cognitio Erkennen), (engl. cognition); (psychol.) allgemeine Bezeichnung für den Komplex von Wahrnehmung, Denken, Erkennen, Erinnern usw.; Störungen der kognitiven Funktionen, z.B. als Gedächtnisstörung, Denkstörung, Unfähigkeit zur Abstraktion oder sog. Rigidität mit Festhalten an einer Überzeugung...? (Reker, 2007: 1)
? siehe auch Intelligenz
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| Lebensverlauf |
?Abfolge von Aktivitäten und Ereignissen in verschiedenen Lebensbereichen und
verschiedenen Handlungsfeldern? (Mayer, 1990: 9)
Timing ?die Frage wann im Lebenslauf Ereignisse stattfinden - ist häufig wichtiger für das weitere Leben als das diese Ereignisse stattfinden? (Elder, 2000: 178)
"Lebenszeit: ist indiziert durch das chronologische Alter und nimmt Bezug zu dem Stadium oder der Position im Entwicklungs-Alterungs-Prozess.
Soziale Zeit: wie die altersbezogene Sequenz von Ereignissen enthält sie die Stadien von Elternschaft und Generationen, die Familienzeit. Ein normatives Konzept von Familienzeit beinhaltet eine bestimmte Zeit, um das Elternhaus zu verlassen, um zu heiraten und Kinder zu kriegen.
Historische Zeit: bezieht sich auf die Lokalisierung der Person in der Geschichte, die Mitgliedschaft in einer Geburtskohorte bestimmt diese Verortung." (Elder, 1998)
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| Makrosystem |
?Der Begriff des Makrosystems bezieht sich auf die grundsätzliche formale und inhaltliche Ähnlichkeit der Systeme niedriger Ordnung (Mikro-, Meso- und Exo-), die in der Subkultur oder ganzen Kultur bestehen oder bestehen können, einschliesslich der ihnen zugrundeliegenden Weltanschauungen und Ideologien.? (Bronfenbrenner, 1993: 42)
? siehe auch sozialökologische Theorie
? siehe auch Mesosystem
? siehe auch Exosystem
? siehe auch Mikrosystem
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| Meritokratie |
?Nach allgemeiner Auffassung der Sozialwissenschaft und der Biologie ist die Zahl der begabten Personen in einer Gesellschaft, das heißt die Zahl der Leute mit hohem IQ, begrenzt. [...] Nach der Logik der Meritokratie nun sollten die Individuen mit guten Ergebnissen ohne Rücksicht auf ihre soziale Stellung an die Spitze gelangen, um ihre Begabung maximal nutzen zu können ? der Grundgedanke der liberalen Theorie der Chancengleichheit und die Basis von Jeffersons Glaube an die ?natürliche Aristokratie? im Gegensatz zum erblichen Adel.? (Bell, 1975: 301 in: Bertram, 1981)
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| Mesosystem |
??Wechselbeziehungen zwischen den Lebensbereichen, an denen die sich entwickelnde Person aktiv beteiligt ist.? (Bronfenbrenner, 1993: 41)
? siehe auch sozialökologische Theorie
? siehe auch Makrosystem
? siehe auch Exosystem
? siehe auch Mikrosystem
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